Starkes Unternehmenswachstum durch Schutz geistigen Eigentums

Das Europäische Patentamt (EPA) mit Sitz in München ist für die Prüfung und Erteilung europäischer Patente zuständig

Parallel dazu werden EU-weit geltende Marken und Designs vom Europäischen Amt für geistiges Eigentum (EUIPO) in Alicante registriert. Diese beiden Ämter, die die Schutzrechte für geistiges Eigentum in Europa verwalten, haben in einem Gemeinschaftswerk den Zusammenhang zwischen Aktivitäten im Bereich des geistigen Eigentums und den Wachstumsaussichten kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) untersucht. Die Studie kann abgerufen werden unter euipo.europa.eu. Laut Definition weisen wachstumsstarke Unternehmen in drei Jahren in Folge ein durchschnittliches Wachstum von 20 % auf und haben zu Beginn der Wachstumsphase mindestens 10 Angestellte. KMU machen 99 % aller Unternehmen in der EU aus, beschäftigen 23 aller Arbeitnehmer und erwirtschaften 57 % des unionsweiten Bruttoinlandsprodukts. Auf die KMU und Einzelunternehmen entfallen jedoch nur 20 % aller beim EPA eingereichten Anmeldungen aus Europa.

Die Studie hat gezeigt, dass KMU, die mindestens ein Schutzrecht, also Patent, Marke oder Design angemeldet haben, in der Folge mit einer um 21 % erhöhten Wahrscheinlichkeit eine Wachstumsperiode erfahren und mit einer um 10 % erhöhten Wahrscheinlichkeit sich zu einem wachstumsstarken Unternehmen entwickeln.
Für KMUs, die nicht nur ein Schutzrecht, sondern ein Bündel aus Marken, Patenten und Designs nutzen, ist die Wahrscheinlichkeit noch weiter erhöht.

Interessant ist auch, dass bei früheren Patentanmeldungen im Hightech-Sektor die Wachstumswahrscheinlichkeit um 110 % erhöht ist, während KMU mit Patent-anmeldungen in Lowtech-Branchen, in denen Patentanmeldungen eher selten vorkommen, eine Erhöhung der Wachstumswahrscheinlichkeit um 172 % verzeichnen. Möglicherweise kann man sich in diesen Branchen durch Patente und Innovationen besonders gut abheben.

Darauf hinzuweisen ist jedoch, dass diese Studie nur eine Korrelation beobachtet hat. Ein direkter Kausalzusammenhang muss nicht gegeben sein. Die persönliche Vermutung des Autors besteht darin, dass Unternehmer, die nicht nur innovativ sind, sondern weiter denken und ihre Innovationen und ihre Position im Wettbewerb schützen, insgesamt gute und aktive Unternehmer sind und dadurch eine erhöhte Wachstumswahrscheinlichkeit für ihr Unternehmen generieren.

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