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Hat der Traumschiff-Kapitän ein Recht am eigenen Bild?

Das Oberlandesgericht Köln hat am 16. Oktober 2019 (Akz. 15 U 39/19) entschieden, dass die Zeitung „Bild am Sonntag“ im Rahmen eines Gewinnspiels kein Foto eines ehemaligen Traumschiff-Kapitäns zeigen durfte.

Der Kläger ist Schauspieler und spielte im Zeitraum von 2014 bis 2019 in der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ die Rolle des Kapitäns. Bereits im Februar 2018 erschien in der Zeitung im Rahmen eines Gewinnspiels ein Foto des Klägers mit zwei weiteren Personen, die die aus der Serie bekannten Uniformen trugen, sich auf einem Schiff befanden und freundlich lächelnd in die Kamera winkten. Ergänzt wurde das Foto durch die Bildunterschrift „Diese Personen werden Sie zwar nicht treffen, aber wie auf dem echten TV-Traumschiff schippern Sie zu den schönsten Buchten und spannendsten Städten“. Der Kläger hat seine Rechte am eigenen Bild geltend gemacht und sowohl in erster Instanz vor dem Landgericht Köln als auch in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht Köln Recht erhalten.

Das Recht am eigenen Bild ist in § 22 Kunsturheberrechtsgesetz (KUG) geregelt. Jedermann kann sich auf diese Vorschrift berufen. Seiner Rechtsnatur nach ist das Recht am eigenen Bild ein besonderes Persönlichkeitsrecht. Danach dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet werden. Eine erteilte Einwilligung deckt im Zweifel nur diejenigen Verwendungen ab, die unbedingt notwendig sind. Die Einwilligung zur Aufnahme deckt dabei aber grundsätzlich nicht die Verwendung des Bildnisses zu Zwecken der Werbung ab.

Ohne die nach § 22 KUG erforderliche Einwilligung dürfen z.B. Bilder von Personen der Zeitgeschichte gemäß § 23 KUG verbreitet werden, wenn dies Zwecken der Informations- oder Meinungsfreiheit/Meinungsbildung dient.

Von einer solchen Ausnahme war im vorliegenden Fall nicht auszugehen. Im Rahmen einer Einzelfallabwägung hat das Oberlandesgericht festgestellt, dass die schutzwürdigen Interessen des Klägers im konkreten Fall überwiegen. Das Bild habe keinen echten Informationswert gehabt und die werbliche Nutzung habe im Vordergrund gestanden. Die Beklagte wurde auch nicht mit dem Argument gehört, dass es sich bei dem Foto nur um ein reines Symbolfoto handele, das eine nachgestellte Szene zeigt. Hier diente das Foto nicht als Ersatzillustration, sondern mit den prominenten Schauspielern sollte die Aufmerksamkeit auf das Gewinnspiel gelenkt werden.

Für die werbliche Nutzung von Bildern ist also darauf zu achten, dass die Einwilligung der abgebildeten Personen für die beabsichtigte Nutzungsform eingeholt wird. Zudem ist das Recht des Abgebildeten an seinem Bild auch noch vom Recht des Urhebers an dem Bild gemäß § 2 Urheberrechtsgesetz (UrhG) zu unterscheiden. Also muss man sich auch die Nutzungsrechte vom Fotografen einräumen lassen. Da das Urheberrecht nicht übertragbar ist, wird von der Einräumung von Nutzungsrechten gesprochen.

Im vorliegenden Fall war die Veröffentlichung des Bildes also unzulässig und die Zeitung muss dem Kläger den Betrag zahlen, der der üblichen Lizenz für die Nutzung solcher Fotos entspricht.

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